09/22 Luftnotlage

Datum: 12. August 2022 um 14:07
Alarmierungsart: DME
Dauer: 25 Stunden 23 Minuten
Einsatzart: TH > H-11 Luftnotlage
Einsatzort: Böttingen, Spaichinger Weg -> Klippeneck
Einheiten und Fahrzeuge:


Einsatzbericht:

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei musste am Freitag in Richtung des Flugplatzes auf dem Klippeneck ausrücken. Nur wenige Augenblicke zuvor kollidierten ein motorisiertes Schleppflugzeug, sowie ein Segelflieger in der Luft, beide Flugzeuge sind daraufhin abgestürzt. Die genaue Örtlichkeit war noch nicht bekannt. Sofort wurde mit mehreren Fahrzeugen der Bereich in Richtung Klippeneck abgesucht.

Nachdem die Einsatzstelle durch den Rettungshubschrauber Christoph 11 lokalisiert werden konnte, sammelten sich die Einsatzmittel auf einer Wiese direkt vor dem Einsatzort. Der Zugang zu beiden Fluggeräten konnte nur über eine schmale Rückegasse hergestellt werden. Das unwegsame Gelände erschwerte zusätzlich die umfangreiche Erkundung durch Feuerwehr, Notarzt, Rettungsdienst, sowie Spezialkräfte der Polizei und Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

Die beiden Insassen des Segelflugzeuges konnten nur noch tot aufgefunden werden. Der Pilot des motorisierten Schleppflugzeug wurde dank eines Fallschirms nur leicht verletzt und konnte das Cockpit verlassen. Dieser wurde anschließend Rettungsdienstlich betreut und in eine nahegelegene Klinik verbracht.

Die Feuerwehr übernahm die Absicherung der Unfallstelle und stellte den Brandschutz am motorisierten Schleppflugzeug sicher. Parallel baute die Kriminalpolizei ein Lagezentrum in den Räumen des Feuerwehrgerätehaus auf. Dieses diente in dieser Zeit als zentraler Anfahrtspunkt für diverse nachgeforderte Einheiten.

Aufgrund der noch ausstehenden Untersuchung beider Fluggeräte, welche durch Spezialkräfte der BFU (Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung) durchgeführt werden musste, konnte die Bergung der Insassen erst nach deren Freigabe gegen 22:00 Uhr erfolgen. Die Kopflage des Segelfliegers erschwerte die Bergung deutlich. Nachdem eine Tragfläche entfernt wurde, konnte das Fluggerät gedreht werden und die Insassen über die Haube des Fliegers geborgen werden.

Mit der einsetzenden Dunkelheit leuchtete die Feuerwehr die Einsatzstelle weitläufig aus. Die Bergung der Wracks wurde auf den Folgetag geplant.
Aufgrund der Lage der Einsatzstelle auf der Gemarkung der Gemeinde Balgheim, wurde der Kommandant der Feuerwehr Balgheim informiert und an die Einsatzstelle nachgefordert. Zusammen mit der Einsatzleitung in Böttingen wurde festgelegt, dass die Feuerwehr Böttingen die Brandwache für die Einsatzstelle übernimmt und die Kameraden aus Balgheim am Folgetag die Bergung unterstützt.

Am nächsten Tag, wurden die Flugzeuge zusammen mit der Feuerwehr Balgheim und dem THW Trossingen aus dem unwegsamen Gelände geborgen und an die BFU übergeben.

Nach insgesamt über 24 Stunden wurde der Einsatz abgeschlossen und die Einsatzstelle den zuständigen Behörden übergeben.

Wir danken allen eingesetzten Einsatzkräften für die reibungslose Zusammenarbeit, bei einem für alle nicht alltäglichen Alarmstichwort und der bestätigten Sachlage. Einen besonderen Dank sprechen wir der Notfallseelsorgegruppe des Landkreis Tuttlingen aus, welche die Betreuung unserer Einsatzkräfte vor und nach der Bergung der Opfer übernommen hat.

Im Einsatz befanden sich folgende Einheiten:
– Feuerwehr Böttingen
– Feuerwehr Gosheim
– Feuerwehr Balgheim
– Feuerwehr Tuttlingen
– Bürgermeisterstellvertreter Böttingen
– Stv. Kreisbrandmeister
– Rettungsdienst Tuttlingen mit Notarzt, OrgL Rettungsdienst, Leitender Notarzt und mehreren Rettungswägen
– Rettungsdienst Rottweil mit einem Rettungswagen
– SEG Wehingen/Heuberg
– Notfallseelsorge Landkreis Tuttlingen
– BFU (Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung)
– (Kriminal-)Polizei

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der offiziellen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Rottweil und des Polizeipräsidiums Konstanz. LINK